
Unser Handeln darf nicht uns und die nächsten Generationen gefährden. Vorsorgender Umweltschutz auch beim Bauen genießt deshalb vernünftigerweise einen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft. Effiziente Maßnahmen zum Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen sind wesentliche Faktoren zur Entwicklung und Sicherung von Lebensqualität und Attraktivität unserer Stadt.
Wir wollen deshalb
Bad Soden steht bereits an zweiter Stelle der Besiedlungsdichte im Main-Taunus-Kreis. Durch ein zu schnelles Anwachsen der Baugebiete können die Sozial- und Infrastruktur nicht mitwachsen. Des Weiteren beeinträchtigt die Bebauung in Frischluftschneisen das Stadtklima. Die Erschließung neuer Flächen hat also sozial sowie ökologisch negative Auswirkungen und senkt die Lebensqualität für jeden einzelnen.
Zur Verbesserung des Stadtklimas sind deshalb weitere Grünflächen und ökologische Vernetzungen als Naherholungsflächen in Wohnnähe zu schaffen. Mit der Begründung, bestehende Baugebiete abrunden zu müssen, werden diese stattdessen immer weiter ausgeweitet. Wir wollen derartige „Arrondierungen“ verhindern, da es im Ort bereits ausreichend ausgewiesenes, noch nicht bebautes Gelände für Gewerbe und Wohnbebauung gibt und eine weitere Ausweitung der Bauflächen unnötig ist. Wir sind allenfalls für eine behutsame Verdichtung und Entwicklung bestehender Baugebiete.

Wir treten besonders für Alternativen zum Autoverkehr ein. Diese wurden bisher von den Mehrheitsfraktionen im Stadtparlament ignoriert..
Wir stehen für
Eine rationale, zukunftsfähige kommunale Finanzpolitik lässt sich angesichts leerer Kassen und 30 Mill. € Schulden mit drei sich ergänzenden Stichworten beschreiben: Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und Transparenz.
Zweifelsohne benötigt eine attraktive, wirtschaftlich gesunde Stadt auch Investitionen. Vor dem Hintergrund zu erwartender rückläufiger Steuereinnahmen – bedingt durch die derzeitige wirtschaftliche Gesamtentwicklung – müssen aber neue große Investitionen zunächst immer auf den Prüfstand der Finanzierbarkeit gestellt, mit Augenmaß betrachtet und während ihrer Durchführung professionell überwacht werden.

Eine sparsame Verwendung von Steuermitteln ist selbstverständlich. Eine nachhaltige Finanzwirtschaft muss aber darüber hinausgehen und bereits jetzt Maßnahmen ergreifen und Entwicklungen einleiten, um zukünftige Anforderungen an den Haushalt abzufangen. Die bisherige Politik der Verwaltung, die die Mehrheitsfraktionen im Stadtparlament zu verantworten haben, ist zu stark von hilflosen Reaktionen geprägt, die den Problemen nur hinterher laufen statt sie vorausschauend zu verhüten. Bad Soden benötigt eine nachhaltige, an den zukünftigen Bedürfnissen ausgerichtete Finanzverwaltung. Nachhaltigkeit vermeidet kurzsichtige und damit teure Fehlinvestitionen.
Konkret bedeutet dies:
Nachhaltige Beschaffung heißt, soziale, ökologische und ökonomische Standards zu berücksichtigen – lokal und global. Kommunen können durch die Integration von Nachhaltigkeitskriterien in ihre Beschaffungsstrategien einen wichtigen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung leisten. Auf Bundesebene wurde 2009 ein Gesetz zur Modernisierung des Vergaberechts verabschiedet, das die Grundlage bildet, die Beschaffungsrichtlinien öffentlicher Institutionen dementsprechend zu ändern.
Wir setzen uns dafür ein, diese Kriterien bei den öffentlichen Beschaffungen auch in Bad Soden stärker verbindlich zu berücksichtigen.
Diese Art der nachhaltigen Beschaffung macht auch ökonomisch Sinn, denn die so gekauften Produkte sind länger haltbar, haben eine bessere Umweltverträglichkeit und geben auch den Menschen im „globalen Dorf Erde“ eine Chance.
Wir werden darauf hinwirken, dass die Stadt Bad Soden sowohl soziale als auch ökologische Standards in ihrem Beschaffungswesen einführen.

Für eine Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an den wichtigen Entscheidungen in Bad Soden ist eine transparente Politik unabdingbare Voraussetzung. Wir werden uns dafür einsetzen, dass in allen Stadtteilen seitens der Verwaltung kontinuierlich über künftige Planungen berichtet wird. Diese Berichte sind aber nur nachvollziehbar, wenn man als Bürger/in vorher und nachher genügend Informationen erhält. Das Handeln der Stadtverwaltung und der Politik muss transparent sein.

Die Verpflichtung zur Umsetzung der Geschlechtergerechtigkeit gilt insbesondere auch bei der Stellenbesetzung in der Stadtverwaltung. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN werden sich für eine verstärkte Umsetzung auch auf Führungsebene stark machen.
Speziell für Frauen muss aber mehr getan werden. Wir wenden uns energisch gegen Gewalt gegen Frauen innerhalb und außerhalb von Familien und gegen Zwangsverheiratungen. Deshalb wird die Arbeit des Vereins "Frauen helfen Frauen" in Hofheim von uns unterstützt und muss auch von der Stadt weiter gefördert beziehungsweise abgesichert werden.

Immer wieder bescheinigen Pisa-Studien dem Bildungsort Deutschland in hohem Maße soziale Ungerechtigkeiten. Die UN-Menschenrechtskommission weist darauf hin, dass in keinem anderen vergleichbaren Industriestaat der Bildungserfolg eines Kindes derart von der sozialen Herkunft abhängig ist wie bei uns. Auch die Bundesregierung verdeutlicht in ihrem Kinder- und Jugendbericht die zunehmende Spreizung der Gesellschaft in gut und schlecht ausgebildete Menschen und damit in reich und arm. Eine Studie der McKinsey-Stiftung rechnet vor, wie in Deutschland bis zum Jahr 2020, bedingt durch fehlende Reformen im Bildungswesen und durch den demografischen Wandel, ein volkswirtschaftlicher Schaden von 1,2 Billionen Euro entsteht. Dieser Schaden entsteht insbesondere durch den bis dahin auftretenden akuten Mangel an ausgebildeten Fachkräften. Dies bedeutet: Jede Investition in Bildung heute macht sich in späteren Jahren bezahlt; Kinderbetreuung ist ein gesamtgesellschaftlicher Auftrag.
Eine gerechte und ausreichende Kinderbetreuung und Bildungsmöglichkeit für alle Kinder müssen daher oberste Priorität haben.
Laut dem Sozialbericht des Main-Taunus-Kreises gibt es auch in Bad Soden Menschen, die als arm zu bezeichnen sind. Es ist in unserer wohlhabenden Stadt nicht hinnehmbar, dass diese Menschen aus dem gemeinsamen Leben in unserer Stadt ausgeschlossen sind. Auch dies trägt zu einseitigen und ungleichen Bildungschancen von Kindern bei.

Um diese Ideen umsetzen und verwirklichen zu können, braucht es nicht nur finanzielle Mittel, sondern besonders auch die Kooperation und Verzahnung aller am Prozess beteiligten Institutionen und Menschen.

Aktuelle Problemstellungen in Zusammenhang mit Randale und Vandalismus müssen nachhaltig gelöst werden. Dabei genügt es nicht, mehr Polizeistreifen und Wachdienste zu etablieren, denn dies kann nur einer von vielen Bausteinen sein, um Straftaten auf den Straßen, in Parks und auf Spielplätzen zu verfolgen und zu verhindern. Mindestens genauso wichtig ist es, präventiv und vorbeugend tätig zu werden. Hierzu gehört u. a. auch eine Fachkraft, die sich darum kümmert und sog. „aufsuchende Sozialarbeit“ betreibt. So kann durch Prävention auf der Straße und an möglichen Brennpunkten vor Ort die Sicherheit in unserer Stadt verbessert werden.
Ein wichtiges Merkmal unserer Stadt sind die verschiedenen Parks. Sie müssen sicher sein, damit sie von Jung und Alt genutzt werden können. Beste Voraussetzung dafür ist die Gegenwart vieler Menschen. Wir werden uns daher dafür einsetzen, die Belebung der Parks weiter voranzutreiben und öffentliche Treffpunkte wie z.B. ein Cafe im Badehaus zu schaffen. Gerade für Jugendliche und junge Erwachsene sind derartige öffentliche Treffpunkte wichtig, um sich in unserer Gesellschaft akzeptiert zu fühlen.
Der Wunsch der Bürger/innen nach Sicherheit in Bad Soden ist verständlich. Wir GRÜNE wenden uns aber gegen blinden Aktionismus gegen Jugendliche, der oftmals in Ausgrenzung und Verletzung von Persönlichkeitsrechten mündet. Stattdessen setzen wir auf Prävention und vorausschauende Konzepte, zum Beispiel bei der Stadtplanung.
Sicherheit und Überwachung sind nicht zwangsläufig gekoppelt. Der öffentliche Raum muss allen Mitgliedern der Stadtgesellschaft offen stehen und bedarf nicht der Ausgrenzung einzelner Personen oder Gruppen. Menschen in schwierigen Lebenssituationen brauchen Hilfsangebote, nicht Ordnungsmaßnahmen.

Kultur prägt unsere Stadt und ist für Bad Soden ein wichtiger Standortfaktor. Sie bedeutet Lebendigkeit und Offenheit und trägt zur Attraktivität und Lebensqualität bei. Es besteht ein gutes, städtisches Kulturangebot, das von Bewohner/innen und Gästen angenommen wird. Wir fordern darüber hinaus ein Kulturkonzept für Bad Soden, das auf einer Bestandsaufnahme der heutigen Kulturszene in Bad Soden basiert und neue Funktionen erfüllt.
Dieses Kulturkonzept soll vier Bereiche umfassen:

Wir verfolgen das Ziel, neue Betriebe für Bad Soden zu gewinnen. Die Standortentscheidungen der Unternehmen müssen zugunsten der Stadt beeinflusst und vorhandene Standorte gesichert werden. Dabei ist nicht nur die Beschaffung und Vermarktung von Grundstücken für die Ansiedlungen notwendig, sondern auch Flächenrecycling.
Die Betreuung der Unternehmen beim Kontakt mit der Kommunalverwaltung sowie die Beeinflussung der Stadtentwicklung zur Verbesserung der Standortbedingungen sind eine Aufgabe, die wir mit Hilfe des Standortmarketings erfüllen wollen. Insbesondere Unternehmen der sog. „Kreativwirtschaft“ wie Architekturbüros, Werbefirmen, Designer, Multi-Media-Produzenten, Verlage und andere Kulturproduzenten sollen gefördert werden: sie bedeuten einen hohen Beitrag zum Bruttosozialprodukt bei geringen Umweltbelastungen.
Die Standortbindung muss verbessert, vorhandene Untenehmen müssen zu Multiplikatoren des eigenen Wirtschaftsstandortes werden. Wichtig sind hier die so genannten weichen Faktoren, wie Kinderbetreuung, Schule, das soziale Miteinander sowie eine gelungene Integration zugezogener Mitbürger/innen.
verfolgt das Ziel der Steigerung der Ankünfte und Übernachtungen auswärtiger Gäste. Zielgruppen sind private Urlaubs- und Geschäftsreisende, also auch Besucher von Messen, Tagungen und Kongressen, vor allem in Frankfurt. Hierzu wollen wir in Kooperation mit dem Hotelgewerbe eine Hotelroute in Bad Soden einführen, also eine Beschilderung, die ortsunkundige Anreisende zu den nächstgelegenen Übernachtungsgelegenheiten führen soll.